Bijî Azadî – Demo gegen die Massaker im Nordirak

Am 16.08.2014 demonstrierten in der Innenstadt von Hannover nach Polizeiangaben ca. 10.500 Menschen um gegen die Massaker der IS-Terrormiliz gegenüber den im Nordirak ansässigen Jesiden, ein Zeichen zu setzen. Nach Angaben der Veranstalter soll die offizielle Zahl jedoch bei mindestens 30.000 Personen gelegen haben. In nordirakischen Gebiet sind ca. eine halbe Million Menschen auf der Flucht vor den Angehörigen der dschihadistisch-salafistischen Terrororganisation Islamischer Staat, welche in der Region immer weiter ihre Macht ausbaut. Schon vor einigen Wochen haben sich Hilfsorganisationen aus dem Gebiet zurückgezogen.

Ein Großteil der religiösen, kurdisch sprechenden Minderheit stammt aus dem Gebiet vom Irak, Iran, Syrien und der Türkei. Jedoch leben aufgrund von andauernden Verfolgung mittlerweile bis zu 90.000 Jesiden auch in Deutschland.

Der Demozug hatte seinen Start- & Endpunkt am Waterlooplatz, wo auch die abschließenden Redebeiträge stattfanden. Die Demonstranten kamen teilweise aus ganz Deutschland angereist um ein politisches Zeichen der Solidarität zu setzen.

Die Demonstration verlief größtenteils ruhig. Die Redner forderten vielfach ein stärkeres internationales Eingreifen in die Situation. Forderungen wie Waffenlieferungen und einer durch die UNO einzurichtenden, temporären Schutzzone wurden laut. Die Situation kochte kurzzeitig über als ein ranghoher PKK-Politiker die Redebühne betrat, von welchem sich viele Jesiden mehr Unterstützung in der aktuellen Situation gewünscht hätten. Es flogen vereinzelt Wasserflaschen und Fahnenstangen jedoch bekamen die Ordner die Situation nach kurzer Zeit wieder in den Griff.

Die Niedersächsische Landesregierung hat kurz nach der Demonstration 200.000 € für medizinische Hilfslieferungen zugesagt.

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